Bis 1998 arbeitete ich in der Hardwig-Schmiede in der Klosterstraße 1. Sie war die einzige, etwa 400 Jahre im selben Haus betriebene Schmiede in Dachau. Nach dem Tod meiner Stiefmutter wurde das Anwesen von meinem Halbbruder verkauft und renoviert und die Schmiede wurde leider nicht erhalten. Seither arbeite ich in der Münchner Straße 74a.
In der Schmiede in der Klosterstraße fielen bis in unser Jahrhundert noch Arbeiten wie das Schmieden und Aufziehen von Reifen für Wagen und Kutschen, die Neuherstellung oder Ausbesserung von Pflügen und Eggen, das Schmieden von Hufeisen und Beschlagen der Pferde sowie die Werkzeugherstellung an. Daneben wurden auch Grabkreuze, Gitter, Geländer und andere Kunstschmiedearbeiten gefertigt.
Der Hufbeschlag bildete einen Schwerpunkt in der Hardwig-Schmiede. Im ersten Viertel unseres Jahrhunderts wurden in einem Jahr an die 400 Pferde und Ochsen beschlagen. Für kranke Tiere gab es speziell angefertigte Hufeisen, bei alten Tieren war der Hufschmied sogar für das Feilen der Zähne zuständig.
| 1605 | Andreas Eberle |
| 1612-1634 | Wolf Loder aus Pfaffenhofen (Kauf) |
| 1635-1642 | Susanna Loderer (Witwe) |
| 1642-1689 | Georg Loder (Sohn) |
| 1689-1705 | Andreas Loder (Sohn) |
| 1705-1730 | Joseph Loder (Sohn) |
| 1730-1734 | Magdalena Loder (Witwe) |
| 1734-1760 | Andreas Preuer aus Stockerau (2. Ehemann) |
| 1760-1783 | Anton Widmann aus Langweil (Schwiegersohn) |
| 1783-1793 | Ignaz Wimmer aus Dachau (Kauf) |
| 1793-1822 | Johann Wimmer (Bruder) |
| 1822-1851 | Joseph Hartwig aus Krickelsdorf (Schwiegersohn) |
| 1851-1872 | Marianna Hartwig (Witwe) |
| 1872-1911 | Jakob Hartwig (Sohn) |
| 1911-1952 | Jakob Hartwig (Sohn) |
| 1952-1972 | Jakob Ludwig Hardwig (Sohn) |
| 1972-1974 | Maria Hardwig (Witwe) mit Stiefsohn Jakob Anton Hardwig als Schmiedemeister |
| 1974-1998 | Jakob Anton Hardwig in der Klosterstraße 1 |
| seit 1998 | Jakob Anton Hardwig in der Münchnerstraße 74a |